Roots Rebel Sound

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Young Sound oder spät durchstartende Veterans? Den Roots Rebel Sound gibt es zwar erst seit Ende 2013, aber die beiden Düsseldorfer DJs Don Dadda und Rootssteppas haben schon einige Jahrzehnte Reggae-Erfahrung auf dem Buckel. Gemeinsam mit dem befreundeten Musikproduzenten D.A.Constructa haben sie sich an ihren ersten Riddim gewagt, der ihren Namen trägt: Roots Rebel Riddim. Wir haben mit Rootssteppas gesprochen. Das ging recht fix – eure Gründung war noch nicht lange her, da hattet ihr schon euren eigenen Riddim produziert.

 

Wie ist euer Background?

Rootssteppas: Das ist richtig, Ende 2013 ging es los mit dem Auflegen. Da haben Don Dadda und ich den Roots Rebel Sound ins Leben gerufen. Wir haben beide schon unabhängig voneinander als DJs agiert. Bei mir ist das zwar schon 20 Jahre her, aber nach der Anregung von Don Dadda haben wir beide gesagt, wir sind Reggaeliebhaber und wollen unsere Musik in die Welt hinaustragen. Das war der Anstoß, im hohen Alter noch einmal anzufangen.

Hohes Alter heißt?

Rootssteppas: Wir wollen nicht auf unserem Alter herumreiten, obwohl wir wissen, dass andere Sounds unsere Söhne sein könnten. Das spielt aber keine Rolle. Es geht um die Liebe zur Musik. Unser Name sagt es ja schon: Wir sind darauf aus, Musik zu spielen, die nicht standardmäßig auf jedem Dance läuft. Wir haben ein großes Spektrum an puren Roots-Reggae-Vibes. Gute Roots-Stücke sind ja auch immer gut tanzbar. Beim Auflegen sagen uns viele Leute, dass wir genau die Musik spielen, die sonst kaum noch angeboten wird.

Und dann habt ihr recht schnell angefangen, einen eigenen Riddim zu produzieren.

Rootssteppas: Das ging Hand in Hand. Wir haben uns zunächst Ende 2013 eine Location fürs Auflegen gesucht, das Kit Café am Düsseldorfer Rheinufer. Das passte von Anfang an. Dort haben wir uns bewusst für einen eher ungewöhnlichen After-Work-Termin entschieden. Wir spielen dort jeden zweiten Mittwoch im Monat. Das war im Endeffekt der Anstoß dazu, auch mal einen eigenen Riddim zu produzieren. Die Idee entstand Anfang 2014, nachdem wir unseren ersten öffentlichen Auftritt hatten.

Wo habt ihr den „Roots Rebel Riddim“ aufgenommen?

Rootssteppas: Wir haben einen tollen Freund, der sehr erfolgreicher Musikproduzent ist – D.A.Constructa. Bis zu dem Zeitpunkt, als er mit uns anfing, war er eigentlich bekennender „Reggae-Hasser“. Er konnte damit gar nichts anfangen. Wir haben ihn dann überredet, dass wir ihm die Ideen liefern, und er uns dabei hilft, das Ganze in Musik umzuwandeln. Er hat gesagt, wir probieren das einfach mal aus. Mittlerweile ist er ganz darauf abgefahren und unterstützt uns total. Dabei sind Don Dadda und ich weniger die Produzenten. Wir geben eher den Input, weil wir die Musik seit langer Zeit kennen. Ich höre ja seit 40 Jahren fast nichts anderes (lacht). Wir haben uns also bei unserem Freund im Studio getroffen und in mehreren Abendsessions an dem Riddim herumgeschraubt.

Wie seid ihr an die Künstler gekommen, die den Riddim gevoict haben?

Rootssteppas: Wir waren fertig und haben den Riddim anschließend blind über Facebook an Künstler verschickt. Wir haben von Anfang an dazu gesagt, dass es ein freies, kreatives Projekt ist, für das es erst einmal kein Geld geben sollte. Wir sind sehr dankbar, dass die Künstler das zunächst so akzeptiert haben.

1186_rootsrebel_01© Roots Rebel Sound“Und dann liegt da ein gevoicter Tune in deinem Postfach. Das ist wie Ostern und Weihnachten auf einmal.”

Heißt das, es gibt den Riddim zum freien Download?

Rootssteppas: Nein. Das war zuerst der Plan. Nachdem wir ein großes Feedback der Musiker bekommen haben und sich herausstellte, dass wir weit mehr als drei Versionen haben, haben wir die Sänger gefragt, ob sie etwas dagegen haben, wenn wir das Ganze doch kommerzialisieren. Wir haben abgesprochen, den Riddim auf iTunes und allen anderen digitale stores zu verkaufen. Wir sind zwar noch etwas von möglichen Erträgen entfernt, aber wir haben uns darauf geeinigt, es entweder bei einer größeren Summe unter allen aufzuteilen, oder es an das Projekt Help Jamaica zu spenden. Das ist für uns sehr wichtig: Bei unseren Regulars im Kit Cafe sammeln wir sowieso schon für Help Jamaica. Aber wie gesagt, wir müssen erst einmal schauen, wie sich die Verkäufe entwickeln. Wir müssen ja auch Gebühren für den Verkauf bei iTunes bezahlen. Noch sind wir zuversichtlich.

Wie ist denn das Feedback?

Rootssteppas: Das ist durchweg positiv, obwohl wir für Werbung kein Budget haben. Wir promoten über das Internet, und das streut sich immer mehr. Verkäufe gibt es noch sehr wenige, bei den Streamingdiensten liegen wir weltweit ungefähr bei relativ guten 3000 Streams für den ersten Monat. Kein Riesenklotz, aber dadurch stellen wir fest, dass auch Menschen in Süd- oder Nordamerika unsere Musik hören.

Wie war das Gefühl, als ihr immer mehr Rückmeldungen von den Künstlern bekommen habt?

Rootssteppas: Das Gefühl ist unbeschreiblich. Ein Beispiel: Wir schicken den Riddim an Leute, die wir gar nicht kennen. Von manchen kommt keine Antwort. Aber plötzlich, nach drei oder vier Monaten, bekommst du eine E-Mail von einem Künstler aus Montego Bay – Don Tippa. Und dann liegt da ein gevoicter Tune in deinem Postfach. Das ist wie Ostern und Weihnachten auf einmal. Total überraschend. Wir haben das dann fast ein Jahr laufen lassen, bis wir 16 Tunes hatten. Dann mussten wir den Deckel langsam zu machen. Es musste ja alles noch gemastert werden.

Du sagst, Reggae ist ein Gefühl, das man in sich trägt. Was bedeutet das für dich?

Rootssteppas: Der Satz „who feels it, knows it“ beschreibt eigentlich alles, was es aus unserer Sicht dazu zu sagen gibt. Es ist ein Lebensgefühl, das man spürt – oder eben nicht. Es ist eine Frage der Lebensphilosophie: positiv und weit mehr, als nur Musik zu hören. Freiheit, Liebe und viele andere Attribute gehören dazu. One world, one love, one family.

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